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Transitbereich

Die letzte Woche geht zu Ende, nach wie vor mit gemischten Gefühlen. Zum einen schmiedet man Pläne für die Zukunft und die ersten Veranstaltungen im September zu Hause stehen schon im Kalender. Auf der anderen Seite ist man noch im hier und jetzt, allerdings ist dieser Zustand schon in der Auflösung begriffen. Kein Wunder, dass mein Rücken immer noch nicht wirklich kooperiert. Der Chiropraktiker war erfreut, mich ein zweites Mal zu sehen.

Man trifft sich scheinbar in Sydney immer mehrmals: Vor einigen Wochen habe ich mich in einem Pub in der Innenstadt mit einem Mädel unterhalten. Am nächsten Tag sah ich sie in Manly wieder. Strange enough! Als sie mir gestern in North Sydney wiederbegnete, war das fast schon unheimlich. Es fällt mir schwer in der aktuellen Situation ruhig zu bleiben. Der Urlaub sorgt hoffentlich für Entspannung und Zerstreuung. Um mich auf andere Gedanken zu bringen, bin ich gestern abend in das italienische Deli um die Ecke von meiner Wohnung. Da ist es auch warm und Live-Musik gab es auch. Ich bin nach einiger Zeit von einem Mädel angesprochen und an ihren Tisch eingeladen worden. Sie war mit einer Freundin und ihrem Mann dort und zusammen mit Chivonne, Emma und Nick hatte ich einen unverhofft netten Abend, mit viel Rotwein und guten Gesprächen. Heute morgen hat mir dann mein Nachbar angeboten meinen Müll mit runter zu nehmen. Überwältigend! Da geht mir schon durch den Kopf: Macht es mir doch bitte nicht noch schwerer zu gehen!

In der letzten Woche waren noch etwas administrativer Kleinkram zu erledigen, aber es hielt sich zum Glück in Grenzen. So konnte ich mich guten Gewissens dem Abwickeln meines Soziallebens widmen und von Abschieslunch zu Abschiedsdinner rollen. Lana hätte den damit verbundenen Carb-Overkill sicher nicht gut geheißen :-). Zum Glück ist endlich ein Nachmieter gefunden worden, so dass ich mich am Wochenende vollends dem Packen widmen kann. Nach dem Besuch des Putztrupps am Montag geht es dann auch schon los in Richtung Cairns, zum Great Barrier Reef. Wir starten einen zweiten Versuch, nachdem es das erste Mal ja ziemlich verregnet war. Danach geht es weiter zum Uluru und über Süd-und West-Australien zurück nach Sydney. Vier Wochen Australien-Rundreise liegen vor uns - damit verwirklichen wir uns einen Traum! Dann geht es über einen Abstecher in Peking (etwas Frischluft schnappen...) zurück nach Hause. Jetzt muss ich aber los, mein Mann ist im Anflug und der Abschiedslunch mit meinen Kollegen steht unmittelbar bevor. Ich freue mich darauf, denn ich habe ich mich hier im Büro mehrheitlich sehr wohl- und willkommen gefühlt! Das beruhte scheinbar auf Gegenseitigkeit (bis auf eine Kratzbürste – aber Ausnahmen gibt es immer), auch bei Kunden und Zulieferern. Eine Rückmeldung auf meine Abschiedsmail: “Julia, it was indeed great pleasure to have you as a client. One of the very few and rare clients that I thoroughly enjoyed working… My knowledge about the German language is ZERO, however I have taken help from a German friend to make message more relevant!!! Ich wuensche Dir alles Gute und viel Erfolg auf deinem weiteren Weg.“ Machen wir es kurz, bevor ich zu sentimental werde: Bye, Bye, Sydney!

31.7.15 03:24, kommentieren

Schnitty and Bee

Schnitzel und Bier, noch Fragen? :-) Australien, das Land der Abkürzungen. Gestern habe ich auf die letzten Meter mein Alltagswissen wieder erweitert.

Wo wir gerade bei Wortspielereien sind: Einige nehmen ja den Juli zum Anlaß dem Alkohol zu entsagen - Dry July. Ein Pub hat daraufhin zum Gegenangriff geblasen und als Motto "Rye July" ausgerufen. Der Monat ist dort dem Whisk(e)y gewidment :-).

Die Ausfallerscheinungen halten an:

Mein Computer ringt mit dem Tod, was mehr mehr oder weniger in den Wahnsinn treibt. Daher war es im Blog auch etwas ruhiger als sonst.

Beim Kurzsprint zum Bus habe ich kürzlich meine Opalcard und das Handy verloren (wobei ich dabei sicher meine persönliche Bestzeit unterboten habe! :-). Zum Glück musste nur die Karte ersetzt werden und das Handy hat den Sturz überlebt.

Mein Rücken bzw. vielmehr meine Hüfte, wie der Chiropraktiker diagnostizierte, zwickt weiterhin. Da ist es gut, dass ich heute sowohl bei der Massage als auch beim Yoga war. Nun kann die Yogamatte reisetauglich gemacht werden...

Interessanterweise erklärte heute die Yogalehrerin, dass in der Hüfte unterdrückte Emotionen zu Verspannungen führen. Genauso wird es sein. Ich hoffe also auf baldige Linderung. Morgen beginnt meine letzte Woche im Büro. Langsam freue ich mich auf ein bisschen Erholung. Am Freitag findet mein Abschiedslunch im Pub mit den Kollegen statt. Unser Abschiedsbrekkie als Team hatten wir bereits letzte Woche. Im Büro sitze ich auf dem sogenannten Abschußplatz - die Kollegen die vorher dort saßen arbeiten nicht mehr für die Firma. :-) Meine Nachfolgerin läuft sich in der Zwischenzeit bereits warm.

Die Feierlichkeiten nehmen kein Ende: Mit Freunden war ich am Freitag im Arthouse Hotel. Danach waren wir noch etwas Tanzen, im Albion Hotel. Ich weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist, wenn Barmann und DJ einen persönlich kennen. :-)

Ich habe gestern am Balmoral Beach die Sonne genoßen - langsam steigen zum Glück die Temperaturen wieder!

Bei Friseur George war ich gestern zum letzten Mal – schließlich kann ich ohne ordentlichen Haarschnitt nicht ins Outback. Was sollen denn die Kängaruhs sonst von mir denken?

Die Wohnungsinspektionen nehmen weiterhin ihren Lauf, es hagelt Komplimente für das sauberste Apartment überhaupt - Danke :-).

Abends war ich in Glebe, eine Weltreise von Mosman aus, obwohl es sich nur um wenige Kilometer handelt. Jedoch liegt es jenseits der Brücke, was Dank Sydneys Nahverkehr eine Reisezeit von 1,5 Stunden bedeutet.

Dort sind wir von einer mexikanischen Bar ins libanesische Restaurant nebenan weitergezogen - inklusive Bauchtanzeinlage.

Aus Sparkling Wine wurde Wodka Tonic, wie man das in Australien nun einmal so macht. Dafür war ich heute morgen wieder Joggen. :-)

Das war also mein letztes Wochenende alleine in Sydney, danach ist die Narrenfreiheit vorbei. Ich kann noch nicht wirklich realisieren, dass wir dann wieder zusammen sind. Und das nicht nur für ein paar Tage oder Wochen sondern immer! Was zeigt, dass man sich mit der Zeit an einiges gewöhnt.

Die Vorfreude auf den gemeinsamen Urlaub mit meinem Mann wird ein bisschen durch den Umstand gedämpft, dass dieser ja das Ende meiner Zeit in Australien markiert. Das stimmt mich dann doch wehmütig!

Ich bin zuletzt oft gefragt worden, was ich vermissen werde.

Sicherlich die Höflichkeit und Umsichtigkeit der Menschen. Man bekommt oft ein Lächeln auf der Straße geschenkt.

Einfach so! Weiterhin natürlich die Essensvielfalt und den Kaffee. Sydney ist einfach eine sehr lebenswerte Stadt.

Weniger vermissen werde ich sicher die vielen Regeln und das hohe Preisniveau. Und sicherlich war meine Erwartungshaltung an der ein oder anderen Stelle zu hoch. Während ich kürzlich weniger vom Umstand geschockt war eine Spinne von 3 Zentimeter Durchmesser im Briefkasten vorzufinden (ich habe bewusst nicht gegoogelt ob sie giftig war...) hat mich der Winter kalt erwischt - was aus den vorangegangenen Posts sicherlich zu erkennen war :-).

Auch hier hatte ich Glück, viele großartige Menschen zu treffen, ohne die der Aufenthalt sicher nicht so angenehm gewesen wäre!

Danke an Michelle, Anna, Kinjal, Lydia, Natasha, Monika, Jürgen, Jutta und Kelly sowie an Katrin und Lena, die die weite Reise von Peking nicht gescheut haben! Beim Schreiben dieser Zeilen kullern nun ein paar Tränen... Es war eine tolle Zeit und ich werde Australien sicher vermissen!

Aber: Sag niemals nie. Vielleicht komme ich ja eines Tages wieder. Wer weiß?

In den letzten 1,5 Jahren hat sich eins gezeigt: Wenn man offen ist und Vertrauen in das Schicksal hat, wird man an der ein oder anderen Stelle mit Erfahrungen belohnt, die man sich nicht hätte träumen lassen. Ich hoffe, das geht so weiter, denn bisher ist meine berufliche Zukunft in Deutschland ungewiß. Aber das wird sich fügen. So oder so. Von hier aus kann ich wenig ausrichten und ehrlich gesagt sträube ich mich dagegen, mich deswegen verrückt zu machen. Allerdings stelle ich mir schon die Frage, ob die Entscheidung richtig war, den Vertrag nicht zu verlängern. Aber auch das wird die Zeit zeigen.

Ich habe im Ausland viel über mich gelernt und viele Eindrücke und Impulse gesammelt. Hinter mir liegt eine großartige Zeit und ich bin stolz darauf, dass ich so mutig war!

Was ich jedoch nicht länger will, ist ein Leben auf Pause und Zwischenlösungen. Vielmehr will ich ankommen und bleiben. Und ich freue mich darauf, wieder meine Muttersprache zu sprechen! Zuletzt wurde ich übrigens häufiger gefragt, ob ich aus Frankreich komme – meinem Akzent im Englischen wegen. Eine Weiterentwicklung? Ich weiß es nicht - aber klingt wohl sexy :-).

Es ist Zeit wieder zusammenzuwachsen. Mit Deutschland, den Freunden und der Familie und nicht zuletzt meinem Mann, der mich nicht nur unterstützt sondern auch mit Stolz meine Entwicklung verfolgt. Nach wie vor ist er von seiner Idee der Kinderlandsverschickung von China nach Australien überzeugt :-). Danke! Etwas Besseres kann ich mir nicht wünschen!

Nach Ausmisten, Koffer packen und Wohnungsübergabe geht es nun zurück - ins neue-alte Leben. Tausche Abenteuer gegen gewohntes Übel :-).

Aber wie sagte ein Interessent bei der Wohnungsbesichtigung gestern: Nach Deutschland würde ich jetzt gerne.

In diesem Sinne sag ich zum Abschied leise: Cheers, Mate!

27.7.15 00:38, kommentieren