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Bored of Winter? Play a Boardgame!

Langweilt dich der Winter?* Dann spiel doch ein Brettspiel - so die Reklame des ortsansässigen Spielwarenladens. Warum eigentlich nicht? Allerdings wird dadurch die Kältewelle mit Wind aus der Antarktis auch nicht erträglicher. :-( Bei der Besichtigung meiner Wohnung musste ich daher die Wahrheit auch etwas beschönigen: Ich kann den Interessenten ja kaum erzählen, dass es sich anfühlt wie im Eisschrank. Dieser Umstand war übrigens sogar der Lokalpresse meiner Heimatstadt einen Artikel wert: „Australien: Kältewelle ohne Zentralheizung.“ Dafür habe ich mir ein Fußbad zugelegt...

Am letzten Sonntag habe ich am Sydney Harbour Run teilgenommen – mit langer Skiunterwäsche unter meinen Laufklamotten. Aber hartgesottene Australier laufen auch bei 7 Grad in kurzer Hose und T-Shirt… der Kälte zum Trotz. Bei dem Anblick soll man keine Gänsehaut bekommen! Da half auch der Moderator nicht, der bekannte, dass er gerne im Winter läuft, weil man sich dabei so angenehm aufwärmt - was bei mir nach 30 Minuten (also zum Ende hin) der Fall war. Ansonsten war mein „Farewell“-Lauf sehr schön, bei der Kulisse kein Wunder – inklusive aller Touristenattraktionen.

 Nachmittags war ich dann mit Freunden in einem urigen Pub. Angeblich das älteste Pub Sydneys, wobei ich glaube, dass das jedes Pub von sich behauptet was älter als 5 Jahre alt ist… Großer Pluspunkt des Pubs: ein offener Kamin (!!!), der nicht nur Wärme sondern auch eine heimelige Atmosphäre verbreitete. Das und die deftige Hausmannskost halfen beim Aufwärmen.

Mein Essverhalten passt sich ganz automatisch der Witterung an: An einem Tag hatte ich sowohl einen österreichischen Quarkstrudel mit Mohn als auch ein südafrikanisches Bobotie (einen Hackfleischauflauf mit getrockneten Früchten). Diese authentische Essensvielfalt werde ich vermissen!

Ansonsten bekommt langsam alles ein paar Risse – ganz ohne Kälteeinwirkung. Der Computer geht langsam in die Knie, mein Rücken zwickt (vermutlich Verspannungen der Kälte wegen). Dank Gemeinschaftstrocker fand ich kürzlich ein Bündel Haare unbekannten Ursprungs in meiner Strickjacke, mein Parkplatz wird von den Nachbarn belegt und im Büro fühle ich mich mehr oder weniger überflüssig. Morgen steht bereits das Feedbackgespräch mit Zeugnisübergabe an, am Mittwoch dann das Abschiedsfrühstück mit meinen Team-Kollegen. Dazu kommt, dass außer mir noch zwei weitere Kollegen gehen - die Aufbruchsstimmung ist ansteckend!

 

*Meine Antwort: JA!!!

 

13.7.15 12:06, kommentieren

Final Countdown

Ab jetzt geht alles ganz schnell: Meine letzten 4 Wochen beginnen am kommenden Montag. Endzeitstimmung!

Soweit ist alles organisiert, bis hin zur Weitervermittlung meiner Topfpflanzen. Einzig die Steuererklärung steht Mitte Juli noch an.

Kurz vor knapp hatte ich noch Besuch von Lena aus Peking. Sie hatte sich extra zu meinem Geburtstag Zeit genommen, was ich fantastisch fand! Aber auch ganz viele andere liebe Menschen aus nah und fern haben mir den Tag mit Glückwünschen verschönert. Nicht zu vergessen die, die hier in Sydney mit mir gefeiert haben!

Allerdings muss ich rückblickend sagen: Ich werde alt, ein Wochenende feiern plus Stadtführung steckte mir am Montag (dem eigentlichen Geburtstag) ganz schön in den Knochen. Die Erkältung, die mich seit einiger Zeit begleitet, ist dem Ganzen nicht förderlich.

Die Weinvorräte, die mir eine Kollegin vor ihrer Rückkehr nach Deutschland vermacht hat, habe ich am Samstag unter die Leute gebracht. „BYO“ heißt das Zauberwort (Bring Your Own), was bedeutet, dass das Restaurant gegen ein Korkgeld erlaubt eigenen Alkohol mitzubringen. Die meisten dieser Lokalitäten sind in Chinatown angesiedelt und wir waren hier: http://www.viettown.com.au/

Zugunsten meines Geburtstags bekam ich einen Tag Sonderurlaub spendiert (was allerdings auch von Nöten war J). Der Tag begann entspannt mit einem französischen Frühstück in der Sonne. Danach ging es ins Museum of Contemporary Art. Soviel Kunstgenuss muss man natürlich Revue passieren lassen. Was auf der Dachterrasse des Museums mit spektakulärem Blick auf Oper und Brücke sehr gut möglich war. Mit Rosé blieben wir dem französischen Motto treu :-). Abends haben wir das Wochenende mit noch mehr Wein und „shared plates“, momentan der letzten Schrei – große Platten, von denen gemeinsam gegessen wird, Kollegin Michelle und ihrem Freund ausklingen ließen.

Damit waren die Feierlichkeiten aber noch nicht zu Ende. Am Dienstag gab es im Büro Schokoladenkuchen mit dreistelliger Kalorienzahl (Mudcake - Schlammkuchen) und blumige Grüße von meinem Mann. So macht die Kolleginnen neidisch :-).

Beim Geburtstagsdinner mit meinen Kolleginnen am Mittwoch habe ich mir dann eine weitere lokale Spezialität gegönnt: Sticky Date Pudding – allerdings ohne nennenswerten Dattelgehalt.

http://www.taste.com.au/recipes/19507/sticky+date+pudding+with+caramel+sauce

Das ich an meinem Geburtstag jemals einen Glühwein trinke, hätte ich mir nie träumen lassen. Der Winter in Sydney macht’s möglich. Und bei 7 Grad Außentemperatur schmeckt der Glühwein richtig authentisch… Dennoch macht mich die deutsche Hitzewelle momentan neidisch!

Nach so viel Essen und Trinken kam dann der Spruch eines Bekannten zum Tragen: In Sydney wird mehr getrunken als anderswo aber während man üblicherweise am nächsten Tag im Bett bleibt, treibt einen hier das schlechte Gewissen aufs Laufband. Amen.  

Nächster Planungspunkt: Meine Abschiedsfeier. Einige Abschiedsgeschenke haben sich bereits angesammelt, wie z.B. ein Strauß australischer Wildblumen oder eine Kerze von meinem Hausstrand. Und da soll man nicht wehmütig werden!

*mit der passenden Musik dazu im Ohr :-)

3.7.15 13:08, kommentieren