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Brisbane und Hamilton Island

Beginnen wir den heutigen Eintrag doch einmal mit einem Quiz. Zum Aufwärmen sozusagen :-).

Welche Region liegt nördlich von NSW und ist für ihr ganzjährig mildes Klima bekannt? Queensland.

Über welche Region sagt die Werbebroschüre freudestrahlend: „Eigentlich ist im Juni Winter – aber hey, bei uns gibt es keinen Winter“. Richtig, Queensland.

Wer ließ sich darauf ein: Wir.

Wer hielt die Wolke auf der Wetterkarte für einen Irrtum: Ähhm, ich.

Wo war es nicht sommerlich, sondern regnerisch und windig: Genau, auf Hamilton Island. Und das 5 Tage lang. Gut, immerhin war es wärmer als in Sydney – ein Pluspunkt :-).

Damit „Herzlich Willkommen“ im längst überfälligen Urlaubsreport.

Das Fazit vorweg: Es war schön, jedoch anders als gedacht. Die Tage auf Hamilton Island glichen eher einem Nordseeurlaub. Das muss die Globalisierung sein :-).

Dafür (man lese und staune) war der Flug meines Mannes aus China pünktlich. Zumindest hinwärts – rückwärts gab es einen Zwangsaufenthalt von mehreren Stunden in Sydney, weil die Technik streikte… Der Abholservice funktionierte also reibungslos und nach einem gemeinsamen Frühstück im „Stranded“ in Mosman ging es nach Brisbane um unseren 6. Hochzeitstag zu feiern. Letztes Jahr war das ja eher mit Hindernissen verbunden, weil ich tatsächlich in Peking „gestrandet“ war - aufgrund von Regen wurde der Flug nach Hongkong ersatzlos gestrichen.

Was gibt es zu Brisbane zu erzählen?

Vom Besuch des Stadtmuseums habe ich folgende Infos mitgenommen: Brisbane ist die drittgrößte Stadt Australiens und liegt am gleichnamigen Fluss über den eine Vielzahl von Brücken führen, wobei die im Vergleich zur Sydney Harbour Bridge etwas unscheinbar daher kommen. Ursprünglich wurde Brisbane erschlossen um ein Druckmittel für die Sträflinge in Sydney zu haben. Anreise und Überführung waren damals lang und beschwerlich. Vielleicht wurde deswegen der Bahnhof an einem Steilhang errichtet – der Anstieg ist noch heute schweißtreibend. Manche Dinge ändern sich wohl nie :-).

In der Nähe (also nach australischen Verhältnissen) von Brisbane liegt Bundaberg, mitten im Zuckeranbaugebiet und Hochburg des gleichnamigen Rums. Über den gesagt wird: „Bundy makes you punchy.“ Will sagen: Einige Trinker werden wohl aufgrund des hohen Zuckergehalt aggressiv. Ich habe das bisher selbst nicht überprüft – aus gutem Grund :-).

An unserem Hochzeitstag selbst hatten wir als Aperitif Edamame und Bier (zugegebenermaßen eine wilde Mischung) und haben dabei das bunte Treiben in der Fußgängerzone beobachtet. Wie man das als altes Ehepaar nun mal so macht :-). An diesem Tag waren auch einige andere Hochzeitsgesellschaften unterwegs, nur waren die um 19 Uhr abends schon volltrunken. Ich vermute mal, dass die Feierlichkeiten nicht bis in die Morgenstunden anhielten…

Später haben wir uns dann ein vorzügliches Abendessen im Restaurant Bacchus gegönnt. Leider war der Service vergleichsweise herzlos, aber selbst Bill Bryson bemerkt in seinem Standardwerk „Frühstück mit Kängurus“, dass die Mentalität der Menschen in Queensland irgendwie besonders ist.  

Am nächsten Morgen starteten wir den Tag nach einem Spaziergang am Fluss mit einem Brunch in der Sonne. Mein persönliches Highlight: Die DIY (Do it Yourself) Bloody Mary. Die Zutaten (man lernt nie aus) konnten an der Bar je nach Gusto ausgesucht werden. Die Zusammenführung dieser wurde natürlich nicht dem Zufall (d.h. Laien) überlassen. Da durfte nur der Experte ran, in diesem Fall die Barfrau. Teamwork!  

Eine Empfehlung des Hotels war die Überfahrt in den Stadtteil Southbank mit der kostenlosen Fähre. Das konnten wir so leider nicht umsetzen, da diese fest in asiatischer Hand war. „Kostenlos“ ist das Zauberwort. Dazu noch ein Wortspiel am Rande: Hier kürzt man die Überwachungssysteme des öffentlichen Raums mit „CCTV“ ab. Das Kürzel steht in China für den staatlichen Fernsehsender.

Zu vorgerückter Stunde haben wir das älteste Pub der Stadt, das „Plough Inn“, die Dachterrasse des Restaurants vom Vorabend und das Casino besucht, in dem sehr gute & günstige Cocktails serviert werden. Besonders hervorzuheben ist der Espresso Martini. Mir ist der vor Down Under noch nirgendwo untergekommen. Meine Vermutung zur Entstehung: die Zusammenlegung zweier Laster. Die daraus entstandene Kombination ist äußerst schmackhaft! Sie wissen zu leben, die Australier :-).

Nachdem wir dann die wesentlichen Sehenswürdigkeiten von Brisbane bei Tag (das hielt sich in einem überschaubaren Rahmen: Fluss, Park, Brücke, alter Stadtkern, Museum) und auch das Nachtleben (verwunderlicher Weise äußerst belebt) ausgekundschaftet hatten, ging die Reise weiter.

Am 8. Juni kamen wir nach etwas mehr als 1 Stunde Flugzeit auf Hamilton Island an. An diesem Tag zelebriert die englische Queen ihren Geburtstag. Da ist das frühere Commonwealth natürlich vorne mit dabei und somit ist dieser Tag ein Feiertag in Australien. Da feiern auch wir gerne mit! :-)

Hamilton Island ist Bestandteil der Whitsundays, einer Queensland vorgelagerten Inselgruppe. 

Auf Hamilton Island gibt es nur ein Resort, das verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Vom Hotelbunker (Mallorca in den 1960er Jahren) bis zum beschaulichen Bungalow (unsere Wahl) ist alles dabei. Es gibt so etwas wie einen Ortskern an der Marina mit Supermarkt, Pub und Restaurants. Da alles zusammengehört gibt es vermutlich einen zentralen Einkauf denn es schmeckte überall verdächtig ähnlich. Autos gibt es auf der Insel nicht, dafür umso mehr Golfcarts, was die ganze Angelegenheit nicht sicherer macht. Es passieren wohl immer wieder Unfälle, weil es mit der Promillegrenze niemand so genau nimmt. Wir haben von vornherein auf die die zweibeinige Fortbewegungsvariante gesetzt, die Kalorien müssen ja irgendwie verbrannt werden.

Eine weitere Eigenart: Die Zimmer sind mit einem überdimensionalen Telefon ausgestattet – der Kommandozentrale. Was zum einen sinnvoll ist, denn in den meisten Restaurants war eine Reservierung erbeten, Ausnahmen ausgeschlossen. Allerdings möchte man seinen Urlaub nun weniger mit vorausschauender Essensplanung verbringen. Aber nicht nur das: Wehe, wer dem Dresscode nicht folgt – der wird zum Umziehen nach Hause geschickt. So geschehen als wir per Boot zum Lunch im Golfclub der Nachbarinsel aufbrechen wollten. Der Kapitän diente als Türsteher und eine Gruppe Senioren musste daraufhin die Flip Flops gegen ordentliches Schuhwerk eintauschen. Das war etwas übertrieben, denn so gehoben war das Ambiente im Golfclub meiner Meinung nach nicht.

Das stürmische Wetter brachte (im wahrsten Sinne des Wortes) alles durcheinander. Aus dem geplanten Flug zum Great Barrier Reef, inklusive Schnorchelausflug, wurde eine Wanderung über die Insel. Das war vermutlich besser so, denn der Wellengang war so stark, dass wir vermutlich kaum etwas gesehen hätten.

Aber man muss es positiv sehen: So haben wir einen Einstieg für unsere Reise im August. Dann versuchen wir von Cairns aus das Great Barrier Reef zu erreichen und hoffen auf besseres Wetter.

Australiens Stand Nr. 1 (Whitehaven Beach) haben wir sicher anders erlebt als 90% der Touristen. Statt uns in der Sonne zu aalen sind wir bei Regen und Wind schutzsuchend vom Strand ins Gebüsch gesprintet und haben dort schlotternd auf die Abfahrt unseres Ausflugbootes gewartet.

Der Kapitän hat uns schon bei der Abfahrt eingeschworen, dass er diese Tour als „no vomitting“ Option ausgeplant hat. Das war auch gut so, denn der Seegang war abenteuerlich und ich hatte meine Reisetabletten nicht zur Hand. Dem Skipper konnte das den Appetit nicht verderben: Nachdem alle Mann an Deck waren, hat er sich erst einmal ein Porridge gezaubert. Meine Kollegen frühstücken auch am Arbeitsplatz, warum sollte das auf einem Schiff anders sein?

Natürlich haben wir auch auf dieser Reise wieder jemanden aus Sydney getroffen: Bec ging in Mosman zur Schule und arbeitet jetzt als Hostess auf dem Ausflugsboot.

Als wir in der Abflugshalle auf den Aufruf unseres Fluges nach Sydney warteten, kamen wir mit einem älteren Ehepaar aus Westaustralien ins Gespräch. Sie waren zur Hochzeitsfeier ihrer Tochter auf Hamilton Island gewesen und fanden uns scheinbar so nett, dass sie uns spontan im August zu sich nach Hause eingeladen haben. Das kam dann doch etwas überraschend.

Eine außergewöhnliche Kombination führte an unserem letzten Abend im Restaurant „Bommies“ zu einem grandiosen Menü: Cape Grim Rind aus Tasmanien, ein spanischer Koch aus Andorra und seine Frau als Bedienung. Unschlagbar!

Vor dem traurigen Abschied am Sonntagmorgen haben wir das Urlaubsende geruhsam in Mosman ausklingen lassen. Nach dem Abendessen waren wir nach langer Zeit einmal wieder am Balmoral Beach. Ich bin eigentlich viel zu selten dort – dabei muss ich das ausnutzen solange es geht! Denn nun sind die Tage gezählt und die erste Fuhre Kleidung befindet sich auf dem Weg nach Deutschland.

25.6.15 14:54

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