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Sydney im Mai

Was in den letzten zwei Wochen passiert ist? Nicht viel weltbewegendes, aber Erzählstoff ist vorhanden. Ich reihe die Geschehnisse einfach mal lose aneinander.

Muttertag wird hier ebenso zelebriert wie bei uns – wenn nicht sogar mit etwas mehr Enthusiasmus. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass hier so viel Werbung dafür gemacht wird: Schokolade, Blumen und kein Restaurant ohne besonderes Angebot zum Muttertag. Der Vatertag wird hier übrigens am 1 Wochenende im September gefeiert und nicht im Mai. 

Letzten Freitag war es mal wieder Zeit Karaoke zu singen. Manche asiatische Eigenheiten kann man nicht mehr ablegen. Selbst meinen Sieger-Song aus Peking, Abbas Dancing Queen, habe ich zum Besten gegeben. Herrlich :-). Die Regelwut kennt keine Grenzen: Beim Hinterlegen der Sicherheitsgebühr für den Raum mussten wir tatsächlich bestätigen, dass wir nicht vorhaben uns zu übergeben. Als ob sich das planen ließe! Aber diese Diskussion habe ich natürlich vermieden. :-) Kürzlich im Zug bekam ich dann folgende Durchsage mit: „Der junge Mann, der gerade die Alarmanlage auslösen wollte und jetzt so tut, als wäre er nicht gemeint, möge sich bitte durch die Sprechanlage beim Fahrer entschuldigen.“ Bei allem Ernst der Lage - das war dann fast schon wieder witzig :-).

Trotz aller Regeln lassen sich manche Dinge nicht vermeiden. Wie der aggressive Aussetzer eines Barbesuchers am Freitagabend. Jedoch kam glücklicherweise niemand zu Schaden.

Im Fitnessstudio wurde ich vertretungsweise von zwei Herren trainiert. Dem einen viel auf, dass mein linker Ellbogen knackt und mein Schlüsselbein links und rechts unterschiedlich ausgeformt ist. Er zeigte mir auch stolz, dass das bei ihm auch der Fall ist. Aha. Der andere hat mich mit „High-Five“ verabschiedet. In beiden Fällen war ich ein bisschen überfordert. Das ist alles ein bisschen viel morgens um 7 Uhr. Ich bin froh, dass Lana wieder da ist. :-)

Apropos 7 Uhr morgens: Meine Firma lud in der letzten Woche wieder zum Frühstücksseminar. Das letzte fand während meiner ersten Woche in Sydney statt. Im Vergleich dazu komme ich weitaus besser zurecht – wobei ich mich in der Innenstadt immer noch gerne verlaufe :-).

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Jetzt geht es langsam an die Planung der Rückführung nach Deutschland. Ein komisches Gefühl, jetzt wo ich langsam Wurzeln schlage. Dafür hat mir ein Artikel im Reiseteil der Tageszeitung über Bamberg, Nürnberg und Regensburg (man hält es kaum für möglich!) ordentlich Heimweh beschert. Gerade bin ich weder Fisch noch Fleisch, denn auch Australien habe ich ins Herz geschlossen.

Sprachlich kommt es mir so vor als hätte ich den Durchbruch geschafft. Ich bin immer öfter sehr zufrieden mit dem was ich so von mir gebe. Die zwei parallelen Sprachstränge in meinem Kopf verlaufen offensichtlich harmonischer.* Dafür suche ich jetzt öfter im Deutschen nach den passenden Worten – was das Schreiben des Blogs hin und wieder zu einer Herausforderung macht :-).

Waschmaschine und Trockner meines Apartmentkomplexes werden (leider) gemeinschaftlich genutzt. Immerhin wurden sie kürzlich ausgetauscht und so freunde ich mich mehr und mehr mit dem Trockner an. Seinen Vorgänger fand ich eher zum Abgewöhnen – eine Flusenhochburg.

Nachdem ich am letzten Wochenende außer Karaoke und einem Geburtstagsdinner in Surry Hills nicht viel gemacht habe (nach Canberra musste ich mich an den Alltagsstress erst wieder gewöhnen :-) war an diesem Wochenende High Live angesagt. Den Einstieg gab es schon am Donnerstagabend, der Freitag stand dem in nichts nach und wurde vom Samstag gekrönt. Aus einer gemütlichen Verabredung zu Kaffee und Kuchen im Lindt Café (gepaart mit einem mulmigen Gefühl, denn dort fand die Geiselnahme im letzten Jahr statt - aber irgendwie muss es ja weitergehen, oder?) wurde eine Ortserkundung von Darlinghurst und Kings Cross bei Nacht. Puh!

Zum Schmunzeln & Kopfschütteln am Rande: Ein Australier, der mir voller Stolz erzählt hat, dass er in Roth (Mittelfranken) demnächst den Triathlon mitläuft. Und ein Engländer, der mir während der gemeinsamen Wartezeit an der Bar stolz erzählt hat, was er im Deutschunterricht an der Schule gelernt hat: „Kaninchen“. Er konnte auch aus dem Film „Zurück in die Zukunft“ zitieren – aber daraus wurde ich nicht wirklich schlau. Ich frage mich aber tatsächlich, was der Deutschunterricht in Großbritannien beinhaltet. Meine englische Kollegin freut sich immer, wenn sie „Eichhörnchen“ zum Besten geben kann.  

Eine australische Kollegin, von der folgender Spruch überliefert ist: „Australische Frauen tragen keine Socken zur Hose – niemals. Wenn wir das tun, fahren wir Ski.“ findet es mittlerweile unangenehm kühl. Der Winter scheint dieses Jahr früher zu beginnen als üblich. Da passt es gut, dass wir gerade unseren nächsten Urlaub gebucht haben. Natürlich habe ich vor der Buchung Friseur George konsultiert, versteht sich ja von selbst :-). Im Juni geht es eine Woche lang nach Brisbane und Hamilton Island – am unteren Ende des Great Barrier Reefs. Ich brauche dringend Sonne und Wärme! Und unseren 6. Hochzeitstag wollen wir angemessen zelebrieren. Den widrigen Umständen zum Trotz!

 

*Der passende Spruch dazu: „If you start thinking in zwei Sprachen at the same Zeit“

 

17.5.15 14:07

Letzte Einträge: Ein heißer Tipp..., Guilty Pleasures, Brisbane und Hamilton Island, Bored of Winter? Play a Boardgame!, 6 Monate später, 1 Jahr nach der Ankunft

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